CLEVERES ÖSTERREICH: MEHR CHANCEN DURCH DIE BESTE BILDUNG FÜR ALLE 

Herausforderungen: 

Bildungspolitik wird in Österreich immer noch als Partei- und Machtpolitik begriffen. Der Fokus gilt einzig dem Erhalt und Ausbau der eigenen Pfründe und Privilegien. Das bringt den Bildungsstandort Österreich zunehmend in Bedrängnis. Strukturelle Versäumnisse und das Fehlen klarer Entwicklungsstrategien für die Zukunft ergeben eine gefährliche Mischung.

Momentan werden Lehrer_innen in der Ausübung ihres Berufes umfassend reglementiert und mitunter parteipolitisch beeinflusst. Wir wollen mehr Wertschätzung für die Rolle der Lehrperson. Seit Jahrzehnten scheitert die dringend notwendige Weiterentwicklung der Schulen an den ewig gleichen ideologischen Machtkämpfen.

Für die Jüngsten gibt es noch immer viel zu wenige Kinderbetreuungsplätze. Insbesondere für Ein- bis Dreijährige fehlen flächendeckende Angebote in altersgerechter Qualität. Der Spielraum der Schulen, selbstverantwortlich neue Wege einzuschlagen, bleibt unter der obrigkeitsorientierten staatlichen Schulverwaltung minimal. 

Die Schule soll unsere Kinder auf die Herausforderungen einer sich permanent verändernden Welt vorbereiten. Sie sollen sich darin zurechtfinden und handlungsfähig sein. Der Fächerkanon ist allerdings nicht an die neuen Herausforderungen angepasst. Der Lehrplan ist hoffnungslos überladen und veraltet. Zukunftsweisende Felder wie die Digitalisierung oder innovatives Denken sind nicht ausreichend abgebildet. Auch dem Thema Umwelt wird im Lehrplan nicht der erforderliche Platz eingeräumt. Der Klimawandel ist eine immense Herausforderung. Generationengerechte Umweltpolitik funktioniert nur mit nachhaltigen Maßnahmen. Der Klimawandel betrifft vor allem junge Menschen ganz massiv, denn immerhin müssen sie in Zukunft in einer Welt leben, die wir Erwachsene ihnen hinterlassen. Daher gilt es, dem eigenständigen Engagement vieler junger Menschen im Kampf gegen den Klimawandel bildungspolitisch entgegenzukommen und dieses Thema entsprechend im Bildungssystem zu verankern. 

Auch Österreichs Universitäten stehen vor großen Herausforderungen. Sie müssen eine ständig steigende Anzahl an Studierenden aufnehmen, obwohl die finanziellen Mittel nicht im selben Ausmaß ansteigen. Das zieht natürlich Probleme in der Organisation, Lehre und Forschung nach sich. Die Studienbedingungen und die Betreuung der Studierenden werden immer mangelhafter. Wir können uns nicht mehr mit Notmaßnahmen, wie immer mehr Zugangsbeschränkungen, zufriedengeben. Es braucht eine ganzheitliche Lösung, die alle Bereiche umfasst, damit wir im Wettbewerb um die besten Köpfe mitspielen können. Der Forschungsstandort Österreich muss abgesichert und wir müssen wieder zum Innovation Leader werden.

 

Unsere Lösungen: 


Lehrer_innen sind „Bildungsexpert_innen der Praxis“, die eigenverantwortlich Entscheidungen treffen sollen und müssen. Im Zentrum einer gelingenden Schule stehen die Kinder und Jugendlichen, ein differenziertes Berufsverständnis der Pädagog_innen und mehr Freiheit und Verantwortung. Das Lehramtsstudium soll dafür mit einem vielschichtigen Aufnahmeverfahren ausgestattet werden. Dieses zielt verstärkt auf soziale Kompetenzen ab. Um die bestmöglichen Expert_innen aus der Praxis zu gewinnen, bedarf es eines flexibleren Gehaltssystems, das sich an den branchenüblichen Gehaltsniveaus orientieren kann.
In Zusammenarbeit mit dem AMS sollen Wege eröffnet werden, die ermöglichen, dass man aus dem Lehrer_innenberuf besser als bisher in andere Berufe umsteigen kann. Berufliche Veränderung darf nicht als Scheitern verstanden werden und der Eintritt in den Lehrer_innenberuf nicht als Einbahnstraße. Das Lehrer_innendienstrecht ist zudem weder zeitgemäß noch funktional. NEOS stehen für die Einführung eines bundesweiten Rahmenkollektivvertrages für alle Mitarbeiter_innen (nicht nur Lehrer_innen) an den Schulen.


In keiner Altersstufe kann gute, aufmerksame Betreuung durch Pädagog_innen mehr bewirken als im Kleinkindalter. In diesem Alter wird die Basis für spätere schulische und berufliche Erfolge gelegt. Durch hohe Qualität im Kindergarten können wir sicherstellen, dass alle Kinder die Grundlagen für ein gelingendes Leben voller Chancen bekommen. Wie gut Kindergarten und andere elementarpädagogische Einrichtungen diese Verantwortung erfüllen, hängt wesentlich von der Ausbildung der Pädagog_innen und der Gruppengröße ab. Leider ist Österreich in beiden Aspekten im europäischen Vergleich ein Nachzügler. Im Kern benötigen wir einheitliche Qualitätsstandards für alle Kinderkrippen und Kindergärten, eine Reform der Aus- und Weiterbildung der Pädagog_innen und einen neuen Zugang zum Thema Sprachförderung.


Wer mündige Menschen will, braucht eine mündige Schule. Wir wollen den Schulleitungen sowie den Pädagog_innen die Freiheit und Verantwortung zur eigenen Umsetzung und Gestaltung geben. Die Politik soll sich auf verlässliche rechtliche und finanzielle Rahmenbedingungen konzentrieren. Wir verlangen die volle personelle, finanzielle und pädagogische Autonomie. Pädagogische Autonomie bedeutet, dass es entlang dem Motto „gemeinsames Ziel, vielfältige Wege“ einen einheitlichen Rahmen für alle Schulen gibt. Die Schulen haben die Möglichkeit, eigene pädagogische und didaktische Wege zu gehen und praxistaugliche Antworten für die jeweiligen Herausforderungen zu finden.
Ziel ist die „Mittlere Reife“. Sie definiert, was Jugendliche mit 15 können sollen. Finanzielle Autonomie bringt die freie Schulwahl ohne Schulgeld. Privatschulen erhalten die gleiche Finanzierung wie öffentliche, solange sie sich zur Gemeinnützigkeit verpflichten und kein Schulgeld verlangen. Jeder Schulstandort bekommt sein eigenes Budget in Form einer Pro-Kopf- Finanzierung. Wir fördern die chancengerechte gesellschaftliche Durchmischung an Schulen mit zusätzlichen finanziellen Mitteln („Chancenbonus“) und stärken periphere Schulstandorte. Personelle Autonomie legt die Auswahl und Führung des Personals in die Verantwortung der Schulleitung. Diese ist als Führungskraft neu zu denken und wird maßgeblich durch Mitsprache des Schulgemeinschaftsausschusses vor Ort auf Zeit bestellt. Die Anstellung der Pädagog_innen erfolgt direkt an der Schule bzw. der Trägerorganisation.


Als kurzfristige Maßnahme ist es notwendig, allen Schulstandorten finanzielle Mittel zur Verfügung zu stellen. Die kriterienbezogene Finanzierung dient der Erreichung definierter gesellschaftspolitischer Ziele, insbesondere der gelingenden sozialen Durchmischung der Schülerpopulation, nachhaltiger Integrationsarbeit und der Chancengerechtigkeit für Schulstandorte außerhalb von Ballungsgebieten. Die Höhe dieses zusätzlichen Budgets wird anhand des Bildungshintergrundes der Eltern der Schüler_innen berechnet. Dieses Geld steht den Schulen für maßgeschneiderte Konzepte zur Verfügung. Wir trauen den Expert_innen vor Ort zu, dass sie die besten Lösungen selbst finden.


Für die mündige Schule des 21. Jahrhunderts müssen wir die Lehrpläne entrümpeln und unsere Schulfächer neu denken. Es braucht fächerübergreifende Projekte, die unterschiedliche Phänomene des Lebens untersuchen und dabei die klassischen Schulfächer verknüpfen. Finnland geht hier bereits mit gutem Beispiel voran. NEOS wollen einen gesamtgesellschaftlichen Dialogprozess starten, um gemeinsam festlegen zu können, welche Kompetenzen Jugendliche mit 15 Jahren haben sollten. Zusätzlich müssen wir klären, welche zeitgemäßen Fächer wir brauchen: von Digitalisierung, über unternehmerisches Denken bis hin zur Kritikfähigkeit.


In unserer Gesellschaft zeigt sich die Digitalisierung auf allen Ebenen. Momentan kann das Bildungssystem mit den rapiden Entwicklungen nicht mithalten. Wir begreifen die Digitalisierung als Chance, ohne ihre Risiken zu übersehen. Themen wie „Fake News“ oder Cybermobbing müssen als mögliche Gefahren ernst genommen und thematisiert werden. Der kritische Umgang mit Software und Information ist ein wichtiges Rüstzeug für die Informationsgesellschaft. Es braucht sowohl die technischen als auch die inhaltlichen Fähigkeiten, Medien verantwortungsvoll zu nutzen. Die Anpassung der Ausstattung der Schulen ist für die Digitalisierung nur eine von vielen notwendigen Voraussetzungen. Die pädagogische Sinnhaftigkeit von innovativen Lernmethoden und das Vermitteln von redaktionellen Kompetenzen müssen immer im Vordergrund stehen. Es reicht nicht, Schulbücher einfach durch Tablets zu ersetzen. Es braucht ganzheitliche Konzepte für den Unterricht der Zukunft. Wir fordern zusätzlich einen Fokus auf Medienkompetenz in diversen Testungen, Bildungsstandards sowie der Zentralmatura. Unsere Schüler_innen müssen lernen, sich eine sachkundige eigene Meinung aus der Flut an jederzeit abrufbaren Informationen zu bilden. Künftig sollen in Prüfungen moderne Konzepte wie „Open Book Tests“ oder internetfähige Geräte zum Einsatz kommen dürfen.


Nachhaltiges und umweltfreundliches Handeln setzt Wissen voraus. Wissen und dahingehende Kompetenzen müssen dementsprechend selbstverständlich bereits in der Schule vermittelt werden. Hier braucht es einen noch stärkeren Fokus und mehr Anstrengungen. Wir schlagen daher ein Maßnahmenpaket vor, das aus umfassender Implementierung der Themen Klimagerechtigkeit, Umweltschutz und Nachhaltigkeit sowohl in der Lehrerausbildung, als auch in der Lehrerfortbildung besteht. Umweltschutz ist auch im schulischen Kontext eine dauerhafte Herausforderung. Es sollte daher eine_n speziell ausgebildete_n Umweltbeauftragte_n an jeder Schule geben, die/der am Standort Projekte forciert und in der Betriebspraxis der Schule relevante Bereiche identifiziert und als Ansprechpartner_in für Verbesserungen dient. Zudem soll eine österreichweit koordinierte Projektwoche „Umwelt“ in allen Schulen implementiert werden. Ziel ist es, einen gemeinsamen Fokus auf das Thema Umweltschutz und Nachhaltigkeit zu legen. In diesem Rahmen sollen auch Schulen voneinander lernen und in gemeinsame Projekte gehen können.


Die Lehre als praxisnahe, kombinierte Ausbildung im Betrieb und in der Berufsschule ermöglicht vielen Jugendlichen einen erfolgreichenEintritt ins Berufsleben. Nach wie vor ist ein Studium höher angesehen als ein Lehrberuf. NEOS sehen die Lehre als hochwertige Berufsausbildung für junge Menschen und als Kernelement für den Wirtschaftsstandort Österreich. Die Lehre soll – noch besser als bisher – „anschlussfähig“ sein. Es muss möglich sein, in einen anderen Beruf umzusteigen, ein Studium zu beginnen oder unmittelbar im erlernten Beruf tätig zu werden. Es soll ein umfassendes Modulsystem für alle Lehrberufe eingeführt werden. Dieses erleichtert den Umstieg in andere Berufe, da nur fehlende Module absolviert werden müssen und keine komplette Ausbildung.
In Zukunft soll es in jedem Lehrberuf die Möglichkeit geben, diesen auch mit Matura abzuschließen. Als Vorbild für dieses neue Modell dienen die berufsbildenden mittleren und höheren Schulen (BMHS), in denen es stets eine dreijährige Schule ohne Matura und eine fünfjährige Schulemit Matura gibt. Wer Lehrabschlussprüfung, Matura und Meisterprüfung erfolgreich absolviert hat, soll außerdem einen Bachelortitel verliehen bekommen, vorausgesetzt der Umfang der Ausbildung und der anrechenbaren Berufspraxis erlauben dies nach dem Bologna System. Anschließend ist der Weg zu einem Master geöffnet. Außerdem treten wir für die finanzielle Gleichstellung von beruflicher Höherbildung mit akademischer Bildung ein. Wie die Ausbildung von Ärzt_innen und Jurist_innen sollen auch die Meisterkurse aus öffentlichen Mitteln finanziert werden.


An den österreichischen Hochschulen fehlt es an allen Ecken und Enden an Geld. NEOS arbeiten an Spitzenunis für alle! Eine kapazitätsorientierte Studienplatzfinanzierung soll den Universitäten Planungssicherheit geben und Entwicklungsmöglichkeiten schaffen. Das wird den Hochschulstandort Österreich insgesamt noch leistungsfähiger und attraktiver machen. Als Beitrag der Studierenden sehen wir das Modell von nachgelagerten Studiengebühren: Vorfinanziert durch den Staat, werden sie ab einer gewissen Verdienstsumme über einen längeren Zeitraum zurückbezahlt. Die Ausfinanzierung der Hochschulen ist zwar vorrangig die Aufgabe des Staates, mehr private Investition in Bildung und nachgelagerte Studiengebühren stellen aber eine faire finanzielle Ergänzung und ein großes Potential für mehr Qualität im Studium dar. Gleichzeitig ist das österreichische Studienbeihilfensystem chronisch unterfinanziert. Es darf aber niemand aus finanziellen Gründen vom Studium ferngehalten werden. Damit ein chancengerechter Zugang zu den Hochschulen möglich ist, ist ein zügiger Ausbau des Beihilfensystems notwendig.


Die Situation am Arbeitsmarkt ändert sich in immer kürzer werdenden Abständen. Eine Erstausbildung, die für das gesamte Erwerbsleben dient, ist heutzutage in den seltensten Fällen ausreichend. Lebenslanges Weiterbilden dient nicht nur ökonomischen Zielen, sondern verbessert auch die persönliche Zufriedenheit, Gesundheit und soziale Integration. Der Staat legt leider ein reaktives Verhalten am Arbeitsmarkt an den Tag. Ein Großteil des für Aus- und Weiterbildungsgeld veranschlagten Budgets kommt erst zu tragen, wenn man arbeitslos ist. Das derzeitige System gibt geringqualifizierten Personen nur unzureichende Impulse zur Weiterbildung. Hinzu kommt ein Förderdschungel, den niemand mehr überblickt. Wir wollen einen proaktiven Erwachsenenbildungsansatz umsetzen. Dazu braucht es das Chancenkonto LELA 5000. Das funktioniert wie ein persönliches Bankkonto. Über einen Zeitraum von fünf Jahren kann man bis zu 5.000 Euro gefördert ansparen. Diese angesparten Beträge können dann bei Ö-Cert zertifizierten Bildungseinrichtungen eingelöst werden. Ö-Cert deshalb, um eine hohe Qualität der Weiterbildung sicher stellen zu können. Das Chancenkonto existiert jeweils für fünf Jahre. Wird in dieser Zeit keine Investition in Weiterbildung getätigt, so verfallen die staatlichen Co- Investitionen. So soll ein Anreiz gesetzt werden, regelmäßige Weiterbildungsangebote in Anspruch zu nehmen.


Österreich hat Nachholbedarf in der Förderung der Grundlagenforschung. Die ausreichende Dotierung kompetitiv vergebener Forschungsmittel ist wesentlich, um den Hochschul- und Forschungsstandort Österreich zu sichern und für Forschende attraktiv zu halten. Dem Wissenschaftsfonds FWF kommt hier in der Förderung der Grundlagenforschungdie zentrale Bedeutung zu. Um im Rennen um die besten Köpfe wettbewerbsfähig zu sein, ist eine Budgetierung des Wissenschaftsfonds mit mindestens 300 Mio Euro pro Jahr notwendig. Das neue Forschungsfinanzierungsgesetz muss diese Notwendigkeit berücksichtigen.


Die österreichischen Hochschulen können nur dann beste Studienqualität anbieten, wenn sie weitgehend frei über ihre Schwerpunktsetzungen und ihre Profilbildung entscheiden können. Daher muss es das Ziel sein, den Hochschulen selbst die Autonomie über eine kapazitätsorientierte Studienplatzfinanzierung und faire Zugangsbeschränkungen zu überlassen. Das ist notwendig, um die österreichischen Hochschulen zukunftsfit zu machen und die Qualität der Studienbedingungen zu erhöhen.


Neben der ausreichenden öffentlichen Basisfinanzierung der Hochschulen gewinnt der Bereich Drittmittel zusehends an Bedeutung. Im internationalen Vergleich liegt Österreich hier weit zurück, was sich nachteilig auf die Attraktivität des Standorts auswirkt. Wir fordern einerseits offensive Schritte, wie etwa wirksame steuerliche Begünstigungen der Zuwendungen an Hochschulen , um diesen Rückstand aufzuholen. Andererseits ein Transparenzmodell wie an den Schweizer Hochschulen, das die Herkunft von Drittmitteln, die Offenlegung von Zusatzfunktionen von Lehrenden und Forschenden, sowie die Offenlegung externer Finanzierung von Instituten, Departments und Stiftungsprofessuren klar regelt.




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