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Beibehaltung der Staatsbürgerschaft: Warum Österreich Menschen nicht vor die Wahl stellen sollte

Wer im Ausland lebt und dort eine zweite Staatsbürgerschaft annimmt, verliert die österreichische grundsätzlich. Warum Österreich damit an einem strengen System festhält, das viele Menschen vor eine unnötige Wahl stellt.

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Rund 640.000 österreichische Staatsbürger:innen leben im Ausland – so viele wie in einem Bundesland in Österreich im Schnitt leben. Viele von ihnen haben ihren Alltag, ihre Arbeit oder ihre Familie längst in einem anderen Land, bleiben Österreich aber trotzdem verbunden: durch Herkunft, Sprache, Familie, Wahlrecht oder die Möglichkeit, irgendwann zurückzukehren.

Wer im neuen Lebensmittelpunkt eine zweite Staatsbürgerschaft annimmt, steht in Österreich aber vor einem Problem. Denn wer freiwillig eine fremde Staatsbürgerschaft erwirbt, verliert grundsätzlich die österreichische – außer die Beibehaltung wurde vorher beantragt und bewilligt.

Genau diese Beibehaltung ist der Knackpunkt. Sie ist möglich, aber nicht selbstverständlich. Bewilligt werden kann sie unter anderem dann, wenn sie wegen bereits erbrachter und noch zu erwartender Leistungen oder aus besonders berücksichtigungswürdigen Gründen im Interesse der Republik liegt. In der Praxis bleibt damit oft unklar, nach welchen Kriterien entschieden wird – und warum Menschen ihre Verbundenheit mit Österreich erst aufwendig begründen müssen.

Dabei geht es nicht darum, Staatsbürgerschaft beliebig zu machen. Es geht darum, Menschen nicht unnötig zu verlieren, die Österreich weiterhin verbunden bleiben wollen. Wer im Ausland lebt, braucht die Staatsbürgerschaft des neuen Lebensmittelpunkts oft aus ganz praktischen Gründen: für demokratische Teilhabe, berufliche Möglichkeiten, Familienrechte oder soziale Absicherung.

Österreich steht mit dieser strengen Haltung in Europa zunehmend auf der härteren Seite. Deutschland erlaubt seit 2024 grundsätzlich Mehrstaatigkeit; deutsche Staatsbürger müssen seither keine Beibehaltungsgenehmigung mehr beantragen, wenn sie eine andere Staatsbürgerschaft annehmen. Auch der europäische Trend geht insgesamt stärker in Richtung Akzeptanz von Doppelstaatsbürgerschaften.

NEOS setzen sich deshalb seit Langem für klarere, modernere Regeln bei der Beibehaltung der Staatsbürgerschaft ein. Denn wer Österreich verlässt, gibt Österreich nicht automatisch auf. Ein modernes Staatsbürgerschaftsrecht sollte anerkennen, dass Menschen heute über Grenzen hinweg leben – und trotzdem mit mehr als einem Land verbunden sein können.

Mehr zum Thema Beibehaltung, gibt es hier : 

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