Zum Inhalt springen

Bessere wasser­wirtschaftliche Planung ohne unnötige Bürokratie

Mit dem Wasserentnahmeregister schaffen wir eine datenbasierte Grundlage, um rechtzeitig zu reagieren, bevor Wasserknappheit zum Problem wird.

bernhard-pk.png

© ORF ON

Österreich ist ein wasserreiches Land. Unsere Wasserressourcen sind ein enormer Schatz, für den wir in der Welt bekannt sind. Aber wir können uns aktuell nicht darauf verlassen, dass Wasser überall und jederzeit in derselben Menge verfügbar ist. Das hat uns dieses Jahr und insbesondere dieser Sommer vor Augen geführt: Gemeinden, die zum Wassersparen aufgerufen haben oder wo im schlimmsten Fall sogar das Wasser über Nacht abgedreht wurde.

In der 169-jährigen Messgeschichte gab es noch nie so wenig Niederschlag wie in den ersten 8 Monaten 2026. Ende August hatten rund 90 Prozent unserer Grundwassermessstellen niedrige oder sehr niedrige Wasserstände. Diese Fakten zeigen uns, dass wir auch in Österreich genau darauf achten müssen, wie sich unsere Wasserressourcen entwickeln.

Derzeit wissen wir zwar grundsätzlich, wie viel Wasser laut Bewilligung entnommen werden darf. Aber wir wissen nicht, wieviel Wasser österreichweit tatsächlich entnommen wird. Das hatte über eine lange Zeit auch keine Dringlichkeit. Aber die vergangene Dürreperiode hat uns sehr deutlich gezeigt, dass wir diese Daten jetzt brauchen, um unsere Wasserressourcen langfristig besser planen und dauerhaft absichern zu können.

Deshalb setzen wir dieses Wasserentnahme-Register jetzt um. Künftig werden relevante tatsächliche Wasserentnahmen systematisch dokumentiert und mit den bestehenden wasserrechtlichen Bewilligungen zusammengeführt. Damit können wir erstmals deutlich besser erkennen

  • wo wie viel Wasser tatsächlich entnommen wird
  • wie sich diese Entnahmen über mehrere Jahre entwickeln

Damit wollen wir künftig frühzeitig erkennen können, wo es mit der Wasserversorgung knapp werden könnte. Das neue Register startet am 1. Juli 2029. Dann werden rund 3.000 Anlagen erfasst und damit rund 60 Prozent der relevanten Entnahmemengen dokumentiert. Also viele der großen Player: Landwirtschaft, Industrie bis hin zur kommunalen und öffentlichen Wasserversorgung. Es geht also um diejenigen, die große Entnahmemengen haben. Ab 1. Jänner 2032 kommen dann noch weitere 6.000 Anlagen dazu, dann erreichen wir rund 80 Prozent.

Am Ende geht es um eine bessere wasserwirtschaftliche Planung ohne unnötige Bürokratie.
Michael Bernhard

NEOS-Umweltsprecher

Ein wesentlicher Grund für diesen längerfristigen Zeitplan ist die Tatsache, dass viele bestehende Wasserkonsense und Bewilligungsbescheide bei den Ländern erst digitalisiert werden müssen. Das Register bringt deshalb nicht nur neue Informationen. Wir machen bestehende Informationen auch endlich digital nutzbar. Und wir nutzen im Sinne des Once-Only-Prinzips vorhandene Daten, verbinden Register miteinander und vermeiden so Doppel- und Dreifachmeldungen, um unnötige Bürokratie zu vermeiden.

Am Ende geht es also um etwas sehr Einfaches: bessere Daten, bessere wasserwirtschaftliche Planung ohne unnötige Bürokratie. Wir schaffen einen realistischen Überblick, was tatsächlich entnommen wird, um damit die Grundlage zu schaffen, rechtzeitig zu reagieren, bevor Wasserknappheit zu einem echten Problem wird.

Weitere interessante Artikel

Melde dich für unseren Newsletter an!