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Kultur ist unverzichtbar – sie verlangt starke Reformen 

Es braucht Mut zu Reformen, klare Haltung gegen rechts und Kulturangebote, die in ganz Österreich ankommen.

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© Xenia Trampusch

Kultur ist der Ort, an dem gesellschaftliche Bedeutung entsteht: im Konzertsaal und im Probenraum, im Museum und im Wirtshaus, bei Jugendkultur genauso wie bei der Volkskultur im öffentlichen Raum gibt es viel Vielfalt. Eine liberale Kulturpolitik schützt diese Freiheit nicht durch Wegschauen, sondern durch verlässliche Rahmenbedingungen, Transparenz und Zugang. Das ist auch ökonomisch relevant: Der Kultursektor trug 2023 laut Statistik Austria rund 1,8 Prozent zur Bruttowertschöpfung bei (etwa 5,25 Milliarden Euro) und beschäftigte rund 116.700 Menschen. Gleichzeitig wird der finanzielle Spielraum knapper. Genau in so einer Phase entscheidet sich, ob Kulturpolitik bloß verwaltet oder ob sie Prioritäten setzt: Kleine Akteur:innen, freie Szene, regionale Initiativen und kulturelle Nahversorgung brauchen Schutz durch faire Regeln, nicht durch einen Wettbewerb um die beste Bürokratie. Große Institutionen brauchen Frei- und Spielraum für Gestaltung, die Strukturen in der Kultur sind seit Jahrzehnten dieselben und werden nicht hinterfragt. Beispiele wie es niederschwellig, budgetarm oder frei ginge, wäre ein verstärkter Fokus auf musikalische Bildung in Kindergärten und Volksschulen, oder auch Büchereien als niederschwellige "Orte der Begegnung mit Literatur" zu stärken - sie sollen offene, partizipative Lernorte werden.

Weniger Förderdschungel - mehr Wirkung

Wer Freiheit sichern will, muss das System so bauen, dass es Freiheit ermöglicht. Heute ist die Förderlandschaft in Österreich kleinteilig, schwer durchschaubar und oft unnötig doppelt. Das kostet Zeit, Geld und Nerven. Eine Reform beginnt deshalb bei klaren Zuständigkeiten, einfachen Verfahren, digitalen Einreichungen und regelmäßiger Evaluierung, damit Mittel nach nachvollziehbaren Kriterien dort ankommen, wo sie Qualität, Vielfalt und Teilhabe stärken. Im Regierungsprogramm ist dafür ein zentrales Werkzeug ausdrücklich genannt: ein „Kultur Satellitenkonto“, dass Förderdaten transparent zusammenführt und eine valide Datengrundlage schafft.

Die oberste Prämisse: Freiheit der Kunst und Kultur. Unsere Aufgabe als Kulturpolitiker:innen ist es, die Rahmenbedingungen zu schaffen, die die freie Entfaltung erlauben. Wir müssen sie aber auch schützen vor unzulässigen Zu- und Eingriffen (von Rechts)
Gertraud Auinger-Oberzaucher

NEOS-Sprecherin für Kultur und Kommunen

Dazu passt das Prinzip Fördern und Fordern: Mehrjährige Planungssicherheit, wo sie sinnvoll ist, gekoppelt an klare Ziele, Wirkungskontrolle und externe Qualitätssicherung. Das ist keine inhaltliche Steuerung, sondern ein professioneller Rahmen, der Freiheit schützt und öffentliche Mittel ernst nimmt. Wer Kulturpolitik laut denkt, fordert auch die Institutionen: Bundesmuseen und Bundestheater sind wichtig, aber sie müssen genauso an Zugänglichkeit, Vermittlung, Offenheit und Kooperation gemessen werden wie jede geförderte Initiative. Und auch sie müssen Spiel- und Gestaltungsmöglichkeiten haben. Das Fördersystem muss neu gedacht werden, es braucht auch kluge Parameter.

Kultur muss überall sein

Eine moderne Kulturpolitik darf nicht am Rand der Hauptstadt enden. Sie muss in Lebensräumen funktionieren, dort, wo Menschen wohnen, arbeiten, alt werden und jung sind. Gerade Leerstände in Ortskernen sind eine Chance: für Ateliers, Proberäume, temporäre Ausstellungen, Pop up Formate, Kunst im öffentlichen Raum und gute Kulturangebote, die niedrigschwellig sind und trotzdem Qualität haben. Dass Baukultur und Ortskernbelebung dafür zentrale Hebel sind, hält auch der 4. Baukulturreport fest, der Instrumente zur Stärkung baukultureller Qualität und zur Weiterentwicklung entsprechender Rahmenbedingungen vorschlägt. Kultur wirkt hier auch in den Tourismus hinein: In der letzten T-MONA Auswertung für Sommer 2023 gaben 11 Prozent an, einen Kultururlaub zu machen und für 24 Prozent waren Sehenswürdigkeiten und Kultur ein Grund für die Wahl der Destination.  

Es braucht für uns eine starke, nachhaltige Plattform und klare Rahmenbedingungen, die unternehmerisches Arbeiten ermöglichen und so Perspektiven für Künstler:innen, Galerien und den Kulturstandort Österreich schaffen. Mit klaren Zuständigkeiten und einfachen Abläufen kommt das Geld dorthin, wo es wirklich etwas bewegt.

Mehr dazu im Podcast:

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