Große Meinungsumfrage bekräftigt die Notwendigkeit einer Bildungsreform
Über 80 % der Schüler:innen und mehr als 70 % der Pädagog:innen und Eltern stimmten für eine Reform der Lehrpläne und Lerninhalte wie im „Plan Zukunft“ skizziert.

© ORF ON (Screenshot)
Bildungsminister Christoph Wiederkehr hatte in seiner Grundsatzrede zum Thema Bildung im vergangenen November den „Plan Zukunft“ skizziert und eine breite Beteiligung der Bevölkerung an einer Reform des Bildungssystems angekündigt. Heute wurden gemeinsam mit Peter Hajek, Geschäftsführer des Meinungsforschungsinstituts Public Opinion Strategies, die Ergebnisse dieser groß angelegten Meinungsumfrage zum aktuellen Zustand des österreichischen Bildungssystems präsentiert.
Teilgenommen haben 46.385 Personen: 19.155 Eltern, 19.249 Pädagoginnen und Pädagogen, 6.628 Schülerinnen und Schüler sowie weitere Personen, die in keine der zuvor genannten Kategorien fallen. Abgefragt wurden diverse Fragestellungen zum aktuellen Zustand unseres Bildungssystems und zur Reform der Bildung in Österreich.
Die wichtigsten Erkenntnisse aus den Befragungsergebnissen sind:
- Das aktuelle Bildungssystem bereitet unsere Kinder ungenügend auf das Leben vor, eine Neugestaltung des Lehrplans wird positiv gesehen.
- Die größte wahrgenommene Herausforderung für Schule liegt außerhalb des Unterrichts selbst – insbesondere im Einfluss sozialer Medien auf Konzentration und Verhalten.
- Unabhängig von der Perspektive wird Schule primär als Ort der Vermittlung sozialer Kompetenzen und kritischen Denkens verstanden.
Ich fühle mich in meiner täglichen Arbeit für die Schülerinnen und Schüler, deren Eltern und die Lehrkräfte bestärkt, dass das Bildungssystem der Zukunft unsere Kinder und Jugendlichen besser auf das Leben vorbereiten muss.Christoph Wiederkehr
Bildungsminister
Die Zahlen belegen: Österreichs Schulen brauchen ein Update
Über alle befragten Gruppen hinweg herrscht bemerkenswerte Einigkeit darüber, was Schule heute leisten soll. Soziale Kompetenzen und kritisches Denken stehen bei Lehrkräften, Eltern und Schüler:innen jeweils klar an erster Stelle – noch vor reinem Faktenwissen. Schule wird damit nicht nur als Ort der Wissensvermittlung verstanden, sondern als Raum, in dem junge Menschen lernen, Verantwortung zu übernehmen, Zusammenhänge zu hinterfragen und sich in einer komplexen Welt zurechtzufinden. Dieses Bildungsverständnis teilen wir NEOS seit Jahren und sehen uns durch die Ergebnisse klar bestätigt.

Eine veränderte Welt benötigt neue Lehrpläne. Die Ergebnisse der Befragung zeigen ebenfalls deutlich: Unser Bildungssystem wird von den Menschen in Österreich nicht als ausreichend zukunftsfit wahrgenommen. Besonders Eltern äußern große Skepsis, aber auch Lehrkräfte und Schüler:innen sehen klaren Reformbedarf. Gleichzeitig gibt es eine überwältigende Zustimmung für eine Modernisierung der Lehrpläne: Eine klare Mehrheit (83 % der Schüler:innen, 74 % der Eltern und 71 % der Pädagog:innen) spricht sich dafür aus, veraltete Inhalte zu reduzieren, um Raum für neue, zeitgemäße Themen zu schaffen.

Auf dem richtigen Weg: Handy-Verbot in der Unterstufe
Besonders alarmierend ist der Blick auf die größten Herausforderungen für Schulen: Nicht der Unterricht selbst, sondern der massive Einfluss sozialer Medien auf Konzentration, Lernen und Verhalten wird von Pädagog:innen und Eltern als größtes Problem genannt – noch vor Lehrkräftemangel oder Ausstattung. Das von Bildungsminister Christoph Wiederkehr im Mai 2025 eingeführte Handyverbot in der Unterstufe trifft daher auch auf breite Zustimmung: 92 Prozent der Lehrkräfte, 86 % der Eltern und immerhin 53 % der Schülerinnen und Schüler bewerten es als „Sehr gut“ oder „Gut“.
Das zeigt, dass Bildungspolitik ganzheitlich gedacht werden muss und die von uns NEOS gesetzten Maßnahmen richtig und wichtig sind. Wer Schule zukunftsfit machen will, darf die gesellschaftlichen Rahmenbedingungen nicht ausblenden.
Erkenntnisse, die aus der Bildungsumfrage gewonnen werden konnten, werden nun in den „Plan Zukunft“, den der Bildungsminister Ende März vorstellen wird, einfließen.



