Wie wir den Tourismusstandort Österreich weiter stärken
Entlastung, Digitalisierung und faire Rahmenbedingungen – damit Gastgeberinnen und Gastgeber sich wieder auf ihre Gäste konzentrieren können.

© ORF ON (Screenshot)
Österreich ist – gemessen an der Einwohnerzahl – Tourismusweltmeister. Mit über 150 Millionen Nächtigungen pro Jahr zeigt sich eindrucksvoll, wie wichtig diese Branche für unseren Wohlstand ist. Gleichzeitig spüren Betriebe im ganzen Land, dass steigende Kosten, sinkende Deckungsbeiträge und wachsende bürokratische Anforderungen den unternehmerischen Spielraum immer weiter einengen.
Gerade in den letzten Jahren ist deutlich geworden, was falsch läuft: Personal- und Energiekosten sind massiv gestiegen, während die Ertragslage vieler Betriebe unter Druck geraten ist. Gastgeber:innen, Hoteliers und Gastronomen wollen sich um ihre Gäste kümmern – nicht um Formulare, Mehrfachmeldungen und starre Vorschriften. Entbürokratisierung ist hier eine wirtschaftliche Notwendigkeit.
Wichtige Schritte bei Digitalisierung und Betriebsübergaben
Ein zentraler Reformschritt ist die Modernisierung der Beherbergungsstatistik. Heute ist das System nicht nur kompliziert, sondern auch ungenau. Analysen zeigen, dass rund vier Prozent der Nächtigungen statistisch gar nicht erfasst werden. Das ist weder zeitgemäß noch fair. Deshalb treiben wir die Digitalisierung der statistischen Erhebung voran, schaffen Synergien mit dem Meldewesen und legen die rechtlichen und technischen Grundlagen für ein digitales Gästeblatt. Das entlastet Betriebe und Gemeinden gleichermaßen und sorgt für mehr Transparenz und Effizienz.
Ein weiterer Schwerpunkt liegt auf der Sicherung von Betrieben durch gelingende Übergaben. Allein im Tourismus stehen bis 2029 etwa 8.000 Betriebe zur Übergabe an. Diese Betriebsnachfolgen dürfen nicht an bürokratischen Hürden scheitern. Wir setzen daher auf eine echte „Grace Period“: fünf Jahre nach einer Übergabe, in denen sich Betriebe wirtschaftlich stabilisieren können, bevor sie erneut umfassend überprüft werden. Ergänzend starten wir mit „NextGenAustria“ ein gezieltes Weiterbildungsprogramm für künftige Unternehmerinnen und Unternehmer, mit Fokus auf Finanzierung, rechtliche Rahmenbedingungen, Innovation und neue Geschäftsmodelle.
Ganzjahresarbeitsplätze schaffen
Auch beim Thema Arbeitskräfte gehen wir pragmatische Reformschritte. Die Erhöhung der Saisonkontingente, ein zusätzliches Westbalkan-Kontingent mit Verlängerungsperspektive sowie rechtssichere Regelungen bei Trinkgeld und Überstunden schaffen Planungssicherheit für Betriebe und Beschäftigte. Gleichzeitig arbeiten wir an einer bundesweiten Fachkräftestrategie mit einem klaren Ziel: mehr hochwertige Ganzjahresarbeitsplätze im Tourismus. Bessere Arbeitsbedingungen, Qualifizierung und attraktive Karrierewege sollen dazu beitragen, Fachkräfte langfristig zu binden und saisonale Abhängigkeiten zu reduzieren.
Der Tourismus ist, vor allem in der Dienstleistungsbranche, auch durch den hohen Kostenfaktor Arbeit unter enormem Druck. Es ist entscheidend, dass wir ausreichend Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter haben, damit die Branche die Herausforderungen steigender Ansprüche und hoher Arbeitskosten meistern kann.Sepp Schellhorn
Staatssekretär für Deregulierung und Entbürokratisierung
Österreichs Wirtschaft steht auf dem Rückgrat seiner Klein- und Mittelbetriebe. 98 Prozent aller Unternehmen gehören dazu, viele davon im Tourismus. Wenn wir Entbürokratisierung, Digitalisierung und unternehmerische Freiheit ernst nehmen, stärken wir nicht nur eine Branche, sondern den gesamten Wirtschaftsstandort.
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