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Industriestrategie Österreich 2035: Das sind die Schwerpunkte

Von einer Offensive für Schlüsseltechnologien über wettbewerbsfähige Energiepreise und eine Fachkräfteoffensive bis hin zum Leitprinzip “Made in Europe and by Partner Countries”.

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© ORF ON (Screenshot)

Österreich ist in den vergangenen fünf Jahren im internationalen IMD-Wettbewerbsfähigkeits­ranking um zehn Plätze zurückgefallen – von Platz 16 auf Platz 26. Das ist ein deutliches Alarmsignal. Wettbewerbsfähigkeit entscheidet darüber, ob Unternehmen investieren, ob Arbeitsplätze gesichert bleiben und ob Menschen von ihrer Arbeit leben können. Genau deshalb haben wir diese Industriestrategie auf den Weg gebracht: aus Verantwortung für die Menschen, die täglich arbeiten, Wertschöpfung schaffen und erwarten dürfen, dass Politik handelt.

Am Betriebsstandort von Siemens Mobility in Wien Simmering hat die Bundesregierung heute Details zu den Schwerpunkten der „Industriestrategie Österreich 2035“ vorgestellt.

Berichts- und Meldepflichtenpaket

Bürokratie ist einer der größten Bremsklötze für Produktivität und Innovation. Deshalb setzen wir auf ein umfassendes Berichts- und Meldepflichtenpaket, das Unternehmen spürbar entlastet. One-Stop-Shops bündeln behördliche Verfahren und sorgen für klare, schnelle und transparente Abläufe. Mit dem No-Stop-Shop-Prinzip werden bereits gemeldete Daten automatisch für Förderungen genutzt. Ergänzt wird das durch einen verpflichtenden Praxischeck neuer Berichtspflichten, der Doppelgleisigkeiten verhindert, noch bevor sie entstehen.

Der Aktenordner ist der Sargnagel der Produktivität. Diese Industriestrategie gibt Unternehmen Ressourcen zurück, die sie sinnvoll einsetzen können.
Sepp Schellhorn

Staatssekretär für Deregulierung

Schlüsseltechnologie-Offensive

Innovation entscheidet über unseren Wohlstand von morgen. Deshalb investiert die Bundesregierung 2,6 Milliarden Euro aus dem FTI-Pakt für die Jahre 2027 bis 2029 gezielt in Forschung und Schlüsseltechnologien. Mit sogenannten Regulatory Sandboxes schaffen wir zudem geschützte Testumgebungen, in denen neue Technologien, Produkte und Geschäftsmodelle unter realen Bedingungen erprobt werden können. Das verbessert auch die Gesetzgebung selbst, weil Regulierung innovationsfreundlicher und praxisnäher wird.

Fachkräfte- und Bildungsoffensive

Ohne qualifizierte Menschen gibt es keine starke Industrie. Neue Lehrberufe in Schlüsseltechnologien, eine Reform der Rot-Weiß-Rot-Karte auch für Hochschulabsolventinnen und -absolventen sowie die erleichterte Anerkennung internationaler Abschlüsse sind zentrale Hebel. Die Mangelberufsliste wird laufend evaluiert und weiterentwickelt, damit sie flexibel auf den tatsächlichen Bedarf am Arbeitsmarkt reagiert. Gleichzeitig stärken wir den Bildungsbereich mit dem neuen Fach WIN, Stärkung der Kompetenzen in Informatik und Künstlicher Intelligenz sowie einer Reform der HTL-Lehrpläne.

„Made in Europe and by Partner Countries“ als Leitprinzip

Europa muss sein eigener bester Kunde sein. Mit dem Leitprinzip „Made in Europe and by Partner Countries“ stärken wir gezielt die europäische Wertschöpfung. Das qualitative Bestbieterprinzip wird verbindlich angewendet und rückt Qualität, Innovation und Nachhaltigkeit in den Mittelpunkt der öffentlichen Beschaffung. So schützen wir europäische Unternehmen vor Dumpingpreisen aus Drittstaaten. 

Nutzung der österreichischen Verteidigungs- und Sicherheitswirtschaft als Wachstumschance

Die globale Lage verändert sich rasant, und die Investitionen in Verteidigung und Sicherheit steigen massiv. Das eröffnet auch für Österreich neue Chancen. Wir modernisieren und vereinheitlichen die Exportkontrolle, überarbeiten das Außenwirtschafts- und das Kriegsmaterialgesetz und digitalisieren Verfahren. Ziel ist eine schnellere, rechtssichere und transparente Abwicklung von Prüf- und Bewilligungsprozessen. Gleichzeitig setzen wir uns auf europäischer Ebene für Entbürokratisierung und beschleunigte Genehmigungen ein. 

Stärkung des Technologietransfers von Forschung in die Anwendung

Österreich ist stark in der Grundlagenforschung – dieses Potenzial müssen wir besser in den Markt bringen. Deshalb stärken wir gezielt den Technologietransfer und die Innovationspipeline. Start-ups, Scale-ups und Spin-offs sind dabei zentrale Partner der Industrie von heute und morgen. Technologietransfer und Entrepreneurship werden verbindlich in den Leistungsvereinbarungen der Universitäten verankert. 

Wettbewerbsfähige Energiepreise

Energiepreise sind ein entscheidender Standortfaktor. Ab 2027 führen wir einen Industriestrompreis von 5 Cent pro Kilowattstunde nach deutschem Vorbild ein und sorgen so für gleiche Wettbewerbsbedingungen mit unserem wichtigsten Handelspartner. Das Strompreiskosten-Ausgleichsgesetz (SAG) wird bis 2030 verlängert und ausgeweitet, um indirekte CO₂-Kosten abzufedern. Gleichzeitig haben wir die Beschleunigung des Ausbaus Erneuerbarer als wichtiges Ziel festgesetzt.

Ich bin froh, dass wir, dass die Bundesregierung mit dieser Industriestrategie die Trendwende für den Standort Österreich eingeleitet hat.
Sepp Schellhorn

Staatssekretär für Deregulierung

All diese Maßnahmen haben ein gemeinsames Ziel: Unternehmen eine Perspektive zu geben und Jobs in Österreich zu sichern. Wir senden ein klares Signal, dass der Industriestandort Österreich sein Potenzial wieder nutzen soll – mit weniger Bürokratie, mehr Innovation und einem klaren europäischen Fokus. Als NEOS stehen wir für Reformen, die wirken. Diese Industriestrategie ist ein wichtiger Schritt auf diesem Weg.

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