Mehr Transparenz im Bildungssystem durch standortbezogene Schuldaten
Das Bildungsministerium wird künftig Schuldaten veröffentlichen, um Eltern eine transparente Entscheidungsgrundlage anzubieten und die Qualität aller Schulen anzuheben.

© ORF ON (Screenshot)
Bildungsminister Christoph Wiederkehr präsentierte heute die künftige Vorgehensweise des Bildungsministeriums hinsichtlich einer Veröffentlichung standortbezogener Schuldaten. Ab Herbst werden, beginnend mit der Volksschule, unter anderem Leistungsdaten im fairen Vergleich veröffentlicht. Also Daten darüber, wie gut Kinder lesen, schreiben und rechnen können – jeweils innerhalb von Schulen mit einer ähnlichen sozioökonomischen Ausgangslage auf Basis der SÖL-Kategorien wie beim Chancenbonus.
Erst vor wenigen Wochen wurde der erste Systembericht der iKM PLUS präsentiert, welcher darstellt, wie gut Schüler:innen in Österreich die Bildungsstandards Lesen, Schreiben und Rechnen erreichen. Die nun geplante Veröffentlichung stellt einen wesentlichen Kultur- und Systemwandel im österreichischen Bildungssystem dar. Die Abschaffung des Amtsgeheimnisses – gläserner Staat, nicht gläserner Bürger – war eine große Errungenschaft. Es ist daher ausdrücklich zu begrüßen, dass das Amtsgeheimnis durch ein Informationsfreiheitsgesetz ersetzt wurde. Gerade im Bildungsbereich geht damit eine große Verantwortung einher. Bestimmte standortbezogene Schuldaten zu veröffentlichen, sind eine große Chance – und zwar dann, wenn bestimmte Daten nicht nur im „stillen Kämmerlein“ verwaltet, sondern auch veröffentlicht werden. Denn dann sieht die Öffentlichkeit, wo Potenziale liegen und wo Schwächen sind.
Wir schaffen so die Möglichkeit, eine echte auf Daten basierende Diskussion über Bildung zu ermöglichen. Nur durch die Veröffentlichung datenbasierter Schuldaten kann noch mehr Bewegung in das System kommen.Christoph Wiederkehr
Bildungsminister
Durch die Veröffentlichung datenbasierter Schuldaten kann noch mehr Bewegung ins Schulsystem kommen und eine Vergleichbarkeit hergestellt werden, um die Qualität aller Schulen zu heben. Internationale Erfahrungen zeigen, wie sich Schulsysteme erfolgreich weiterentwickeln, wenn konsequent auf Basis von Daten gearbeitet und voneinander gelernt wird. Gleichzeitig gilt es, Risiken abzuwägen und sorgsam damit umzugehen. Es geht nicht darum, Schulen zu bewerten und Rankings zu ermöglichen, sondern die Daten zu kontextualisieren.
Für uns NEOS sind Transparenz und Bildung zentrale Themenfelder in unserer politischen Arbeit, daher finden wir transparente Schuldaten wichtig. Sie sorgen dafür, dass öffentlich und faktenbasiert über Schulentwicklung diskutiert wird: Unter welchen Bedingungen arbeiten Schulen? Wo ist Unterstützung notwendig? Transparenz sorgt für Glaubwürdigkeit und schafft damit Vertrauen. Und nur Transparenz sorgt auch für nötige Verbesserungen.
Was wird genau veröffentlicht?
Es geht um standardisierte Leistungsdaten. Am Beispiel Volksschule bedeutet das etwa die iKM PLUS Daten in Mathematik und Deutsch. Dabei werden immer nur Schulen mit einer ähnlichen Ausgangslage verglichen. Die SÖL-Kategorie bemisst die sozioökonomische Ausgangslage. Sie beschreibt die Rahmenbedingungen einer Schule, die die Schule nicht direkt beeinflussen kann: Bildungsstand, ökonomischer und sozialer Hintergrund, Migration und Sprache. Die Berechnung basiert auf einer unabhängigen Datenbasis der Statistik Austria und alle eingesetzten Methoden sind transparent nachvollziehbar.
Weitere Indikatoren in Richtung quantitativer und qualitativer Daten der Schulen, also etwa die durchschnittlichen Klassengrößen oder Schwerpunkte, werden ebenfalls folgen.
Wann wird mit der Veröffentlichung begonnen?
Vorab erhalten Schulen die Daten bereits ab Mai, beginnend mit den Volksschulen, gefolgt von den Mittelschulen, Unterstufen und zuletzt der Sekundarstufe II. Danach wird die Zeit genutzt für Information, Aufklärung und Beratung. Schulen werden die Möglichkeit haben, in Sprechstunden direkt mit dem Bildungsministerium in Kontakt zu treten. Es soll so ausreichend Zeit gegeben werden, die Daten zu analysieren, daraus Schlüsse für die eigene Schulentwicklung zu ziehen und erste Schritte zu setzen.
Veränderung durch Transparenz ist notwendig, um das Schulsystem weiterzuentwickeln. Nur so ist auch eine Verbesserung unseres Bildungssystems möglich. Und das ist uns NEOS besonders wichtig.
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