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Hochschulstrategie 2040 – Österreich kann mehr

Weniger Parallelwelten, klarere Profile und mehr internationale Sichtbarkeit.

Martina Kuensberg Labor_24-41.jpg

© NEOS

Wir haben engagierte Studierende, hervorragende Forschende, starke Fachhochschulen und Universitäten, die international längst mithalten könnten. Aber wir wissen auch: Unser System ist über Jahrzehnte gewachsen, oft zu kleinteilig, manchmal doppelt und dreifach organisiert.

Die Strategie umfasst Profilbildung und Profilschärfung, sowie eine neue Arbeitsteilung im gesamten Hochschulsystem als wichtigen Startpunkt. Ebenso bedeutend ist die klare Leitplanke: Bis zum Vorliegen der Strategie soll es keine neuen Bundeseinrichtungen im tertiären Bereich geben. Wir wollen zuerst Ordnung in die Gesamtlogik bringen und dann Strukturentscheidungen treffen, die langfristig tragen.

Was wir uns vornehmen

Österreich soll 2040 einen Hochschulraum haben, der im internationalen Wettbewerb sichtbar ist und im Alltag für Studierende, Forschende und Unternehmen besser funktioniert. Dazu gehört eine klare Antwort auf die Frage: Wofür stehen die einzelnen Institutionen und wie greifen sie sinnvoll ineinander? Gerade wegen der Kleinteiligkeit braucht es mehr Kooperation und Abstimmung. Die Strategie soll klären, wo Arbeitsteilung und geschärfte Profile notwendig sind und was das für Struktur und Governance bedeutet.

Für uns ist Profilbildung dabei kein Selbstzweck, sie entscheidet, ob wir Exzellenz wirklich ermöglichen in der Forschung, in der Lehre, und auch im Transfer. Ebenso zentral ist für uns die Entwicklung regionaler Ökosysteme, in denen Hochschulen, Forschung, Start-ups, Unternehmen und öffentliche Hand gemeinsam Wirkung erzeugen.

Und ein großes Augenmerk legen wir auf internationale Kooperation, Mobilität und Vernetzung als Voraussetzung für Austausch und exzellente Wissenschaft mit dem Ziel, Österreichs Hochschul- und Wissenschaftsstandort international sichtbarer und attraktiver zu machen. Österreich soll nicht nur teilnehmen, sondern stärker mitgestalten in europäischen Partnerschaften, in Forschungskonsortien, in gemeinsamen Programmen und mit echter Mobilität.

Ich erwarte mir von der Hochschulstrategie 2040 klare Leitplanken für die Zukunft unserer Hochschulen. Sie soll Profilentwicklung und Exzellenz fördern und gleichzeitig sicherstellen, dass öffentliche Mittel effizient und wirkungsorientiert eingesetzt werden. Das ist entscheidend, damit der Wissenschaftsstandort Österreich international bestehen kann.
Martina von Künsberg Sarre

NEOS-Sprecherin für Bildung und Wissenschaft

Was unverhandelbar ist

Damit aus der Strategie echte Verbesserung wird, gibt es für uns ein paar Dinge, die nicht „verhandelbar“ sind, weil sie darüber entscheiden, ob am Ende Wirkung entsteht oder nur ein Kompromisszettel. Und wir sagen es bewusst so klar: Alles, was wir jetzt mit Expert:innen diskutieren, muss der Sache dienen – also besseren Entscheidungen, besserer Steuerung, besserer Qualität. 

  • FORWIT als evidenzbasierte Grundlage: Die Strategie muss auf der laufenden Systemanalyse des FORWIT aufbauen. Diese Analyse ist eine zentrale Ausgangsbasis bis März 2026.
  • Internationale Perspektive aus der Community: Internationale Expert:innen bringen frische Sichtweisen hinein als Qualitätscheck mit Impulsvorträge in den Arbeitsgruppen.
  • Wirkungsvolle Steuerung, die Qualität möglich macht: Wer Exzellenz will, braucht Regeln und Anreize, die sie fördern und Steuerungsstrukturen, die funktionieren, ohne die Wissenschaftsfreiheit zu beschädigen.
  • Fragmentierung, Vielfalt und Aufgabenverteilung müssen strategisch gesteuert werden, auch wegen begrenzter Ressourcen.

Wie der Prozess funktioniert

Der Prozess läuft seit Dezember 2025, ab Anfang 2026 werden dazu die zentralen Inhalte in acht Themenschwerpunkten in Arbeitsgruppen erarbeitet. Diese sind die Basis für die Inhalte der Hochschulstrategie 2040, angereichert durch internationale Expertise. Im Juni muss sichtbar sein, ob wir wirklich an die großen Hebel herangehen: Profilbildung, Arbeitsteilung, internationale Sichtbarkeit, Transfer und Steuerung. Die Arbeitsgruppen sind dafür konkret aufgesetzt: acht Themenschwerpunkte, je Gruppe ein Dreier-Lead (BMFWF, Hochschulforschung, Hochschulpraxis) und Mitglieder aus allen Hochschulsektoren plus ÖH und internationale Expert:innen.  

Das sind die 8 Themenschwerpunkte: 

  1. Freudvoll und aktiv. Rahmenbedingungen für das Studium der Zukunft gestalten.
    Studieren soll besser planbar und gut machbar sein, mit moderner Lehre, klaren Abläufen und Bedingungen, die den Studienerfolg unterstützen.
  2. Attraktiv und perspektivenreich. Die Zukunft für Wissenschafter:innen und ihre Karrierewege gestalten.
    Forschung und Lehre sollen durch faire, transparente und verlässliche Karrierewege attraktiver werden, damit Talente im System bleiben.
  3. International und sichtbar. Die Zukunft der Hochschule Österreich im internationalen Raum stärken.
    Internationale Kooperation, Mobilität und Vernetzung sollen gezielt ausgebaut werden, damit Österreich als Hochschulstandort sichtbarer und attraktiver wird.
  4. Innovativ und exzellent. Heute die Lösungen für die Zukunft erarbeiten.
    Spitzenforschung, hochwertige Lehre und wirksamer Wissenstransfer sollen enger zusammenspielen, damit Innovation schneller entsteht und ankommt.
  5. Qualitätsvoll und effizient. Die Zukunft der Hochschulorganisation gestalten.
    Steuerung und Organisation sollen so verbessert werden, dass Qualität steigt und Ressourcen wirksam und nachvollziehbar eingesetzt werden.
  6. Offen und sozial gerecht. Eine diverse und inklusive Zukunft an Österreichs Hochschulen ermöglichen.
    Hochschulen sollen für mehr Menschen zugänglich sein und echte Chancen bieten unabhängig von Herkunft, Geld oder Lebenssituation.
  7. Kooperativ und arbeitsteilig. Die Zukunft der hochschulübergreifenden Zusammenarbeit gestalten.
    Hochschulen sollen stärker zusammenarbeiten und Aufgaben klarer aufteilen, damit Profile geschärft werden und Doppelgleisigkeiten abnehmen.
  8. Hochschule und Demokratie. Die demokratiestärkenden Hochschulen der Zukunft gestalten. Hochschulen sollen kritisches Denken stärken, Wissenschaft verständlich in die Gesellschaft tragen und so eine informierte Demokratie unterstützen.

Unser Anspruch ist damit klar: Wir nutzen diesen Prozess nicht, um das Bestehende zu verwalten, sondern um Österreich besser zu machen. Ein Hochschulraum, der international anzieht, der Exzellenz ermöglicht, der Wissen schneller in Wirkung bringt und der die Vielfalt unserer Institutionen nicht zerstreut, sondern gezielt stärkt.

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