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Raum für zeitgemäße Bildung schaffen

Zum Reformvorschlag von Bildungsminister Christoph Wiederkehr: Latein bleibt ein wertvoller Bestandteil der Bildung – angepasst an die Anforderungen der Gegenwart.

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© ORF (Screenshot)

Bildungsminister Christoph Wiederkehr hat im Herbst 2025 angekündigt, die Lehrpläne an den AHS‑Oberstufen ambitioniert zu überarbeiten. Ziel ist es, junge Menschen besser auf die Anforderungen der Gegenwart und Zukunft vorzubereiten – und zwar nicht nur theoretisch, sondern mit Kompetenzen, die sie tatsächlich im Leben nach der Schule brauchen.

Ein zentraler Punkt dieser Reform ist das stärkere Gewicht neuer Themen wie Informatik mit Schwerpunkt auf künstliche Intelligenz und das neue Fach „Medien und Demokratie“.

Um Raum für diese neuen Lehrinhalte zu schaffen, setzt sich Bildungsminister Wiederkehr für Anpassungen bei anderen Bereichen ein, etwa einer Reduktion der Lateinstunden in der Oberstufe.

Latein bleibt ein wichtiger Bestandteil des Lehrplans

Statt bisher vier Stunden pro Woche sollen künftig drei Stunden für Latein reserviert sein. Wichtig dabei: Schülerinnen und Schüler, die Latein bereits in Unter- und Oberstufe besuchen, erreichen weiterhin das kleine Latinum. Auch wer erst in der Oberstufe einsteigt, kann das kleine Latinum erwerben – durch zusätzliche Wahlpflichtfächer oder eine Ergänzungsprüfung.

Trotz der Reduktion bleibt Latein ein schriftliches Maturafach. Die Klausur wird an das neue Stundenniveau angepasst, sodass Schülerinnen und Schüler weiterhin eine Prüfung absolvieren können. Gleichzeitig erhalten Gymnasien durch schulautonome Stunden die Möglichkeit, ihre Curricula flexibel zu gestalten und die reduzierte Lateinstundenzahl auszugleichen.

International wird Latein immer mehr zu einem Wahlfach. In Nordeuropa und Skandinavien spielt es kaum noch eine Rolle, in einigen süd- und osteuropäischen Ländern ist es nur in spezifischen humanistischen Schulprofilen verpflichtend, Italien, Frankreich, Belgien und Spanien bieten Latein als etabliertes Wahlfach an.

Die angestrebte Reform wird auch Lateinlehrer:innen betreffen. Angesichts des massiven Lehrkräftemangels und der Pensionierungswelle ist die Situation jedoch sehr dynamisch, weshalb konkrete Aussagen zu Jobverlusten aktuell nicht seriös möglich sind – von einem flächendeckenden Abbau kann jedenfalls keine Rede sein.

Latein ist mir noch immer wichtig, nämlich als humanistische Grundbildung. Gesamt haben wir dann noch immer mehr Latein als diese anderen Fächer. Es ist nur eine neue Gewichtung.
Christoph Wiederkehr

Bundesminister für Bildung

Als NEOS stehen wir für eine offene Debatte, die Lehrkräfte, Eltern und Schüler:innen miteinbezieht. Gleichzeitig braucht es den Mut, Schule weiterzuentwickeln, damit sie dem gerecht wird, was unsere Gesellschaft braucht: kritische, reflektierte und technologisch versierte Menschen. Dabei bleibt Latein ein wertvoller Bestandteil der Bildung – angepasst an die Anforderungen der Gegenwart.

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