
Integration: Wir haben im Bildungsbereich im Bund und in Wien das Deutschlernen zur Pflicht gemacht
Ziel ist es, jene Gebiete sichtbar zu machen, in denen sich soziale Belastungen verdichten und Integration nicht gelingt.

© NEOS
Es wird seit Jahren weggeschaut, wo Integration gelingt oder scheitert. In manchen Gegenden funktioniert das Miteinander gut, in anderen zerfällt es – und dort bilden sich Parallelgesellschaften. Statt Teil unserer Gesellschaft zu werden, ziehen sich Menschen in Enklaven zurück, bauen eigene Strukturen auf und verändern ganze Stadtteile, die geprägt sind von:
Diese Gegenden gibt es nicht nur in Wien, sondern in jeder größeren Stadt Österreichs. Sich zu integrieren bedeutet aber, sich auch aktiv in die österreichische Gemeinschaft einzubringen. Für die Entwicklung von Hotspots an Parallelgesellschaften fehlt uns der bundesweite Gesamtüberblick. Und was wir nicht messen, können wir nicht verbessern.
Wir NEOS wollen dem dadurch begegnen, dass wir – für eine Integration nach dänischem Vorbild – als ersten Schritt eine österreichweite Integrationslandkarte schaffen. NEOS-Klubobmann und Integrationssprecher Yannick Shetty hat das bereits in Interviews mit den Tageszeitungen „Der Standard", „Die Presse" und der „Kronen Zeitung" gefordert. Ziel sei es, jene Gebiete sichtbar zu machen, in denen sich soziale Belastungen verdichten und Integration nicht gelingt.
Integration gelinge nicht von allein, sondern sei „ein Kraftakt, der den Einsatz beider Seiten braucht", betont der NEOS-Klubobmann. Dort, wo weggeschaut werde, zeigten sich die Folgen: Es entstünden „Hotspots", an denen Integration scheitere. Genau hier solle die Integrationslandkarte nach dänischem Vorbild ansetzen. Entscheidend ist: Als Hotspot gilt ein Gebiet erst, wenn mehrere dieser Indikatoren über längere Zeit auffällig sind – transparent, mit offengelegter Methode und regelmäßiger Überprüfung. In Wien sind viele dieser Daten heute schon vorhanden, etwa im Integrations- und Diversitätsmonitor, der dazu eine Grundlage liefert.
Was wir nicht messen, können wir nicht verbessern. Ich bin überzeugt: Wer Parallelgesellschaften bekämpfen will, muss sie zuerst sichtbar machen.Yannick Shetty
NEOS-Klubobmann und Integrationssprecher
Konkret schwebt Shetty ein „wissenschaftliches Lagebild" vor, das jeden Bezirk mit Integrationsproblemen sichtbar macht. Die Karte soll sich auf die oben genannten sachlichen Kriterien stützen. Als „Integrations-Hotspot" soll ein Gebiet erst dann gelten, wenn mehrere dieser Indikatoren über längere Zeit auffällig sind. Die Stadt Wien hat etwa im Integrations- und Diversitätsmonitor bereits ähnliche erste Schritte gesetzt.
Dänemark hat gezeigt, dass man Segregation früh erkennen, benennen und aktiv dagegen vorgehen kann. Wo die Karte Brennpunkte zeigt, müssen Bund, Land und Gemeinde nachschärfen, etwa mit verpflichtender Sprach- und Bildungsförderung von klein auf, einer Neuordnung bei der Vergabe von Sozialwohnungen, mehr Sozialarbeitern oder verstärkter Polizeipräsenz. Die Zuständigkeit für die Entwicklung und Umsetzung einer solchen Integrationslandkarte nach dänischem Vorbild liegt beim Integrationsministerium.
„Die Wahrheit ist: Über die Entwicklung unserer Stadtteile haben wir oft zu wenig Evidenz, aber sehr viel Bauchgefühl. Ich bin überzeugt: Wer Parallelgesellschaften bekämpfen will, muss sie zuerst sichtbar machen. Daher werden wir innerhalb der Koalition darauf pochen, dass wir dieses Projekt nun umsetzen.

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