Zum Inhalt springen

PENSIONEN

Länger leben, länger arbeiten, sichere Pensionen – der NEOS-Generationenpakt

Österreicherinnen und Österreicher gewinnen laufend an Lebensjahren – das ist ein großer Fortschritt, auf den wir als Land zu Recht stolz sein können. Dieser Fortschritt bedeutet jedoch auch eine steigende finanzielle Belastung unseres Pensionssystems.

Wenn man 1978 auf die Welt kam, betrug die durchschnittliche Lebenserwartung in Österreich 75,7 Jahre für Frauen und 68,5 Jahre für Männer. 2026 beträgt die durchschnittliche Lebenserwartung bei der Geburt bereits über 84,5 Jahre für Frauen und 80 Jahre für Männer. Das bedeutet seit 1978 ein Plus von durchschnittlich einem zusätzlichen Lebensjahrzehnt. Wir gehen aber gerade einmal 1 Jahr später in Pension als damals.

Aufgrund der stark steigenden Zahl an Pensionist:innen in den nächsten Jahren steigen die Kosten des Pensionssystems erheblich. Schon jetzt geben wir mehr als jeden vierten Budgeteuro für Pensionen aus. Bis ins Jahr 2031 nähern wir uns einem Drittel des Budgets. Auch andere altersbedingte Ausgaben im Pflege- und Gesundheitsbereich steigen rapide an.

Der von NEOS durchgesetzte Nachhaltigkeitsmechanismus bietet die Grundlage für eine finanzielle Stabilisierung des Pensionssystems. Er macht jährlich sichtbar, ob die Pensionsauszahlungen des Bundes vom Zielpfad abweichen. Kommt es zu höheren Kosten zwischen 2026 bis 2030, die die Toleranzgrenze von 0,5% überschreiten, ist die Politik verpflichtet weitere Maßnahmen zu beschließen.

Der erste Bericht muss von der Sozialministerin bis 31. August 2027 erstellt werden. Der Mechanismus ist damit das Frühwarnsystem. Leider sehen wir schon jetzt anhand der Prognosen des Budgetdienstes, dass die Kosten ab 2029 den Zielpfad sprengen werden. Damit wir nicht jedes Jahr aufs Neue über unterinflationäre Pensionserhöhungen diskutieren müssen, wollen wir jetzt Reformen beschließen, die mittelfristig wirken.

Unser Vorschläge im Detail:

Gesetzliches Pensionsantrittsalter an die Lebenserwartung anpassen

Aus Sicht von NEOS wird an einer Anhebung des gesetzlichen Pensionsantrittsalters entlang der gestiegenen Lebenserwartung nichts vorbeiführen. Konkret soll das gesetzliche Antrittsalter der Männer ab 2030 jährlich um zwei Monate steigen. Das Pensionsalter der Frauen steigt nach Abschluss der laufenden Angleichung im Jahr 2033 um jährlich 3 Monate. Im Jahr 2041 würde das Antrittsalter der Männer und Frauen dann gemeinsam bei 67 liegen.

Der moderate Anstieg um wenige Monate pro Jahr wahrt den nötigen Vertrauensschutz und bietet genug Zeit, um die eigene Lebensplanung anzupassen. Gleichzeitig können wir den demografiebedingten Ausgabenanstieg im Pensionssystem stabilisieren und die Auszahlung voller Pensionsanpassungen in den nächsten 15 Jahren garantieren.

Wie sich das gesetzliche Pensionsantrittsalter entwickeln soll:

pensionsantrittsalter-2026-2040.png

45 Jahre Arbeit sind genug

Wichtig ist uns aber auch, wer 45 Jahre lang arbeitet, soll weiterhin in Pension gehen können. Das schafft Fairness für Menschen, die sehr früh zu arbeiten begonnen haben. Und natürlich zählt in dieser Rechnung auch Kindererziehung, denn klar ist, dass Kinder die wichtigste Voraussetzung für einen funktionierenden Generationenvertrag sind.

Automatisches Pensionssplitting mit Opt-out

Das heutige Pensionssplitting ist freiwillig. Für die ersten Jahre der Kindererziehung können Eltern Teilgutschriften aus Erwerbstätigkeit übertragen. In der Praxis sehen wir, dass viele Menschen diese Möglichkeit gar nicht kennen. Das schadet vor allem Frauen, die weiterhin den Großteil der Sorgearbeit leisten und dadurch geringere Pensionsansprüche erwerben.

Deswegen wollen wir, dass aus Erwerbstätigkeit erworbene Teilgutschriften beider Eltern in der definierten Kindererziehungsphase automatisch zusammengerechnet und auf beide Pensionskonten verteilt werden. Beide Eltern können der Aufteilung gemeinsam widersprechen. Ein automatisches Pensionssplitting löst nicht alle Ursachen des Gender Pension Gap, verhindert aber, dass einseitig übernommene Kinderbetreuung in den ersten Lebensjahren des Kindes automatisch zu einseitigen Pensionsverlusten und vermehrter Altersarmut führt.

Ja zum Pensionsgipfel – und zwar im Herbst 2026

Wir unterstützen den von LH Anton Mattle angestoßenen Vorschlag eines Pensionsgipfels, bei dem alle Parteien ihr Modell einer Pensionsreform vorlegen. Wenn es nach uns geht, startet er im Herbst 2026 – öffentlich, faktenbasiert und mit allen Parlamentsparteien, Sozialpartnern, Wissenschaft und den Pensionsversicherungsträgern. Auf den Tisch gehören unseres Erachtens die Anpassung des gesetzlichen Pensionsantrittsalters an die Lebenserwartung, ausreichende Übergangsfristen, Schutzvorkehrungen für jene, die lange gearbeitet haben und das automatische Pensionssplitting.

Aktuelles zum Thema Pensionen

Unterstütze uns dabei, Pensionspolitik mit Zukunft zu machen!

Trag dich hier für unseren Newsletter ein und erhalte laufend mehr Informationen über unseren Einsatz für ein gerechtes Pensionssystem: