Neustart Bildung

19. May 2020

Die Krise hat auch Schwächen sichtbar gemacht, bei denen viel zu lange tatenlos zugeschaut wurde: bei Digitalisierung und bei der Chancenfairness.

Bildung und damit unsere Kinder haben einen viel zu geringen politischen Stellenwert in Österreich! Das zeigt sich nicht nur daran, dass die Öffnung der Schulen und Kindergärten für die Regierenden keine Priorität hatte und erst ganz zum Schluss angegangen wurde. Die Krise hat auch Schwächen sichtbar gemacht, bei denen viel zu lange tatenlos zugeschaut wurde: bei Digitalisierung und bei der Chancenfairness.

Der „Neustart Bildung“ müsse jetzt mit mehr Elan vonstatten gehen und in drei Bereiche gegliedert werden. Als Sofortmaßnahme fordern wir ein Ende der Maskenpflicht für Kinder unter 14 Jahren. Von kleineren Kindern kann man einfach keinen richtigen Umgang mit Masken verlangen und Lehrerinnen und Lehrer haben jetzt wahrlich Besseres zu tun als ständig die richtige Handhabung von Masken zu kontrollieren.

Weiters fordern wir ab Juni einen Normalbetrieb in den Volksschulen und eine Öffnung der Sportplätze. Meinl-Reisinger: Jeder weiß, wie wichtig Bewegung ist. Aber während Erwachsene ihren sportlichen Hobbys nachgehen dürfen, sind Kinder zum Ruhig-Herumsitzen verdammt. Das muss schleunigst geändert werden, gerade nach dem Lockdown haben Kinder einen enormen Bewegungsdrang.

Summer School mit individuellem Förderprogramm 

Nach derzeitigem Stand wird es seit den Schulschließungen im März bis zum Schulbeginn im September gerade einmal 14 bis 15 Unterrichtstage geben. Das ist viel zu wenig – vor allem, da wir wissen, dass wir ein Fünftel unserer Schülerinnen und Schüler nicht mehr erreichen. Im Sommer müsse daher die Summer School in kleinen Gruppen ein individuelles Förderprogramm im Umfang von zwei Wochen bieten. In dieser Zeit sollen einerseits versäumte Inhalte vermittelt werden, aber andererseits auch ein attraktives Freizeitprogramm mit Sport und kreativen Aktivitäten geboten werden.

Eine Sommer-Offensive brauche es aber auch in der Lehrerinnen- und Lehrer-Fortbildung und zwar im Bereich der Digitalisierung. Im Fall einer zweiten Welle muss es gelingen, jedenfalls für die älteren Schüler in eine ,Digitale Schule’ zu kommen, die flächendeckend mit digitalem Live-Unterricht arbeitet.

Zusätzlich zur Summer School werde heuer auch die Nachfrage nach reinen Betreuungsangeboten besonders groß sein. Für Summer Camps für Schulkinder und für kürzere Sommer-Schließzeiten der Kindergärten sind daher ein Sonderbudget und eine gemeinsame Anstrengung von Bund und Ländern notwendig. „Wenn Großeltern nicht als Betreuungspersonen herangezogen werden sollen, braucht es Alternativen.

Chancen-Aufholprogramm im Herbst  

Für den Herbst müsse ein Normalbetrieb aller Schulen ordentlich vorbereitet werden. „Sollten die Infektionszahlen wieder steigen, müssen folgende Prinzipien für neue Maßnahmen gelten: Regional treffsicher und altersadäquat - Digitale Schule für die Älteren, Präsenzschule für die Jüngeren. Auch ein Chancen-Aufholprogramm muss im Herbst angegangen werden. Zwei Wochen Summer School werden nicht die Versäumnisse von acht Wochen Home Schooling ausgleichen - und schon gar nicht strukturelle Ungerechtigkeiten im Bildungssystem. Wir fordern daher für das gesamte neue Schuljahr ein Förderprogramm mit Ergänzungsunterricht und psychosozialer Unterstützung, damit auch jene Kinder Anschluss finden, die wir in den vergangenen Monaten verloren haben.

So radikale Einschnitte wie jetzt darf es im Bereich Bildung, bei Schulen und Kindergärten, nicht mehr geben. Denn die Zukunft unseres Landes entscheidet sich letztlich an unseren Kindern.

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