Gerade jetzt gilt: Kein Kind zurücklassen!

31. March 2020

Auch die Schulen brauchen wie die Wirtschaft einen Stufenplan, wie sie schrittweise aus der Krise zurück in den Unterricht geführt werden können.

Wir fordert einen Stufenplan heraus aus dem Krisenbetrieb für Schulen. Die Bundesregierung arbeitet offenbar an Wegen, wie die Firmen und Betriebe nach Ostern unter Auflagen wieder schrittweise geöffnet werden sollen. Genau so einen Plan brauchen wir auch für die gut eine Million Schülerinnen und Schüler sowie ihre Eltern.

Nichts abgewinnen können wir die medialen Aussagen der ÖVP, wonach man in der Wirtschaft Milliarden verliere, in der Bildung hingegen nicht. „In der Wirtschaft verlieren wir Jobs und Existenzen, in den Schulen verlieren wir Kinder und Talente“, verweist Künsberg Sarre auf die Berichte von Lehrer_innen, dass rund jede_r fünfte Schüler_in schon jetzt über Homeschooling nicht mehr erreicht werden kann. Schulschließungen bis September seien daher, sofern gesundheitlich vertretbar, mit allen Kräften zu verhindern.

Schulschließungen bis September verhindern

So wie für die Wirtschaft wünschen sich NEOS auch für den Bildungsbereich eine unbedingte „Fördergarantie“ und rasche Klarheit. So engagiert viele Pädagog_innen die Phase des Improvisierens aktuell auch meistern, brauche es jetzt vor allem für Kinder ohne ausreichende Unterstützung zu Hause ein klares Konzept von Bildung in Corona-Zeiten. Das nötige Social Distancing dürfe die soziale Kluft in der Bildung in Österreich nicht noch weiter vergrößern.

Folgende Fragen müssen laut NEOS daher möglichst rasch beantwortet werden: Wie geht es Schritt für Schritt nach Ostern weiter? Was wird von den Lehrkräften erwartet? Womit können die Eltern rechnen? Was kommt auf die Schüler_innen zu und wie können sie in dieser schwierigen Zeit Struktur und Zuversicht finden?

Kein Kind zurücklassen - Eltern entlasten – Pädagog_innen trainieren

Erste Punkte für ein dringend nötiges „Förderpaket“ haben NEOS unter dem Motto „Kein Kind zurücklassen - Eltern entlasten – Pädagog_innen trainieren“ bereits entworfen.

1. Für alle Kinder, die in der Krise auf besonders schwierige Lernvoraussetzungen treffen, braucht es ein aktives Lerncoaching während der Krise und einen Förderplan, der bei Wiederaufnahme des Schulbetriebs sofort starten kann. Mit breit angelegtem Förderunterricht muss gewährleistet werden, dass benachteiligte Kinder wieder den Anschluss finden. Dafür brauche es ein Sonderbudget für Förderunterricht und für die psychosoziale Aufarbeitung.

2. Um die Auswirkungen der Krise so kurz wie möglich zu halten und maximale Sicherheit und Zuversicht zu geben, brauchen jetzt alle Schuleinsteiger_innen, Maturant_innen und Kinder, die im September in andere Schulformen aufsteigen, eine klare „Zukunftsperspektive Herbst“. Diese umfasst für NEOS einen rasch gemeinsam mit Expert_innen auszuarbeitenden Plan B für die Matura sowie schon jetzt Überlegungen für eine Flexibilisierung der Lehrpläne in diesem und dem nächsten Schuljahr. Das Bildungsministerium sei hier auch gefordert, strukturierte Hilfestellungen über den Sommer anzubieten.

3. Das Eltern-unterstützte Distance Learning gerät zunehmend an seine Grenzen. Der Fokus nach Ostern muss daher auf möglichst eigenständigem eLearning liegen und jene Plattformen nutzen, über die Lehrkräfte mit Schüler_innen direkt zusammenarbeiten können. Nur so ist vielen Eltern die schrittweise Rückkehr in das Berufsleben überhaupt erst möglich. Sobald es gesundheitlich vertretbar ist, muss auch ein zumindest teilweiser Schulbetrieb an einigen Tagen und einigen Fächern geprüft und angeboten werden. Nur so kann die in dieser Zeit geleistete Arbeit der Schüler_innen, unabhängig ihres sozialen Umfelds, auch fair in eine Notengebung einfließen.

4. NEOS fordern schon jetzt ein begleitendes Monitoring durch eine wissenschaftliche Studie und gezielte Fortbildung für Lehrer_innen. Wenn die spontane Distance-Learning-Welle wissenschaftlich begleitet und untersucht werde, könne man daraus viel für die Zukunft lernen und das Trainings- und Weiterbildungsangebot für die Pädagog_innen rasch entsprechend weiterentwickeln.

Da sich aktuell laut OECD mehr als die Hälfte der heimischen Lehrkräfte nicht auf den Einsatz digitaler Lehrmethoden vorbereitet fühlen, müsse dringend mit einem akuten Sonderbudget für die Fortbildung geholfen werden. Um damit möglichst viele Lehrer_innen zu erreichen, schlagen NEOS eine Lockerung des Fortbildungsmonopols der Pädagogischen Hochschulen vor. Know-how zum digitalen Lernen gäbe es an vielen privaten Bildungseinrichtungen. Dieses gelte es nun rasch und unbürokratisch im Interesse der Schüler_innen zu nutzen.